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Cannabidiol (CBD) gegen Schmerzen

„Wenn man über 50 ist, morgens aufwacht und es tut nichts weh, dann ist man tot“ – (Jürgen von Manger).
Eine amüsante Idee, die nicht unrealistisch daher kommt. Doch wenn der Rücken und die Gelenke stark schmerzen, ist Schluß mit lustig und die Lebensqualität schwindet.

Je nach subjektivem Schmerzgefühl, greifen die Menschen zu Schmerzmitteln wie Diclofenac, Ibuprofen oder Paracetamol. Auch Opioide werden zur Schmerzbekämpfung eingesetzt. Die Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt z.B. sind teils katastrophal. Weitere Risiken kann besser der Haus- oder Facharzt beurteilen, je nachdem, welche Erkrankungen beim einzelnen Menschen bestehen.

Meine Suche nach Schmerzlinderung begann nach etlichen und zeitaufwändigen Versuchen mit manuellen Behandlungen bei Physiotherapeuten, die mir nur kurzfristig helfen konnten. Nachts wurde es richtig unangenehm – vier oder fünf Uhr morgens war der Schlaf vorbei und die Rückenschmerzen schier unerträglich.

Durch einen Fernsehbericht über Cannabis und einen Internet-Artikel im Deutschen Ärzteblatt wurde ich auf Dronabinol aufmerksam: „Etwa acht Millionen Menschen in Deutschland gelten als chronisch schmerzkrank; zwei Millionen ist mit den bekannten Therapieregimen nicht ausreichend zu helfen .… Die schmerzlindernde Wirkung von Cannabinoiden und Opioiden, zum Beispiel Dronabinol, kann in diesen Fällen eine therapeutische Perspektive bieten.“
www.aerzteblatt.de/archiv/34138/Chronische-Schmerzen-Cannabis-verhindert-Schmerz-und-Spastik

Mit weiteren Information aus www.pflegewiki.de/wiki/Dronabinol ging ich zu meinem Internisten und fragte ihn nach einem Rezept. Nachdem er sich selber informiert hatte, bekam ich mein erstes Betäubungsmittelrezept. Da es kein Fertigarzneimittel gibt, muß die Apothekerin das Medikament nach Verordnung herstellen. 10ml im Glasfläschen mit Pipette (ca. 200 Tropfen) kosten um die 140,- Euro und werden auch heute nur in Außnahmen von der GKV übernommen.

5 Tropfen als Einstieg reichten nicht, um die Rückenschmerzen zu vertreiben. Erst bei 7-8 Tropfen alle 8 Stunden stellte sich die gewünschte Entspannung ein. Die Schmerzen wurden erträglich oder waren zeitweise ganz verschwunden. Die Nebenwirkungen spürt man sofort. Die Konzentration beim Arbeiten läßt nach, man wird langsamer und müder, so dass es Partnern und Freunden sofort belustigt auffällt. Jetzt nehme ich 10 Tropfen Dronabinol nur noch nachts und schlafe wie ein Baby.

Für die Rückenprobleme tagsüber mußte ich eine Alternative finden, mit einer ähnlichen Wirkung, aber ohne erkennbare Konzentrationsprobleme. Einige Bekannte sind nach Holland gefahren und haben sich in der Apotheke CBD-Öl-Tropfen gekauft. Von CBD wird man nicht high oder stoned, es ist nicht psychedelisch. CBD kann man legal im Internet und in der Apotheke kaufen. Nach einigen Tests bin ich beim Schweizer CBD (Cibdol 10% für ca. 70,- €) geblieben, da der Geschmack erträglich ist und die Wirkung nach einer halben Stunde angenehm einsetzt.

Sinnvoll ist es morgens 8-10 Tropfen zu nehmen, damit der Schmerz erst garnicht zur Geltung kommt. Als Schmerzmittel im akuten Zustand ist CBD-Öl nur in höheren Dosen hilfreich.

Seitdem ist mein Lebensgefühl nicht mehr von Schmerzen geprägt und die soziale Umwelt hat einen schlecht gelaunten Zeitgenossen weniger. Die manuelle Behandlung bei Physiotherapeuten wird jetzt zur sinnvollen Ergänzung.
sp
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INFO: Für Schmerzpatienten läuft die aktuelle Cannabis-Diskussion jedoch immer noch in die verkehrte Richtung. Hier ein Auszug aus der Verordnung von Cannabisarzneimitteln zu Lasten der GKV. – info.pharm Nr. 2 I August 2017
„ … seit dem 10. März 2017 können Ärzte cannabishaltige Arzneimittel für Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung verordnen. Patienten haben auf diese Verordnung einen Anspruch, wenn für die zu behandelnde Krankheit eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung nicht zur Verfügung steht oder im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes unter Berücksichtigung des Krankheitszustandes und möglicher Nebenwirkungen nicht angewendet werden kann.“
LINKS: https://de.wikipedia.org/wiki/Cannabidiol
www.cibdol.com/de/blog/442-der-unterschied-zwischen-hanf-und-marihuana

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